home

N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Responsive image
Witold Lutosławski, Karol Szymanowski

Klavierkonzerte

Ewa Kupiec, Bamberger Symphoniker, James Judd

Koch Classics 3-6414-2
(49 Min.) 1 CD

Wenn es so etwas wie einen polnischen Klangduktus in der Musik des 20. Jahrhunderts gibt, so liegt er in der Verknüpfung von impressionistischen mit expressiven Gesten. Diesen Eindruck erzeugen zumindest die beiden hier eingespielten Werke, die knapp sechzig Jahre auseinanderliegen und zu ganz anderer politischer wie auch musikgeschichtlicher Zeit entstanden sind: Karol Szymanowskis Sinfonie Nr. 4 op. 60 für Klavier und Orchester von 1932 und Witold Lutoslawskis einziges Klavierkonzert von 1988. Beide Kompositionen sind Spätwerke – Szymanowski starb 1937, Lutoslawski 1994.
Die polnische, in Deutschland lebende Pianistin Ewa Kupiec hat eine wunderbar kraftvolle und trotzdem nuancierte Phrasierung. Sie agiert mit Präsenz und Einfühlungsvermögen, gleich, ob sie solistisch im Vordergrund steht, wie in der Kadenz am Ende des ersten Satzes von Szymanowskis Opus 60, oder in den Gesamtklang eingebettet ist, wie im kammermusikalischen Beginn des zweiten Satzes dieses Werks. Man hört, dass sie nicht nur Solistin ist, sondern auch routinierte „Begleiterin“ und Kammermusikerin. Die Bamberger Sinfoniker unter James Judd zeigen sich als flexibler Klangkörper, der die gebrochenen Gesten dieser Werke beeindruckend darzustellen vermag. Der einzige Mangel dieser CD ist die polemische Werkeinführung im Beiheft. Die Qualität dieser beiden Kompositionen liegt nicht im Abstand zur Avantgarde ihrer Zeit.

Thomas M. Maier, 30.06.1996



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das Calidore String Quartet wurde 2010 an der Colburn School in Los Angeles gegründet und gehört zu den führenden amerikanischen Streichquartetten. Das mittlerweile in New York City ansässige Ensemble wurde mehrfach ausgezeichnet: So gewann es 2012 den dritten Preis beim ARD-Wettbewerb in München, und 2016 erhielt das Quartett den Hauptpreis beim ersten M-Prize-Wettbewerb, der mit 100.000 US-Dollar die weltweit größte Auszeichnung für Kammermusik darstellt. Das Calidore String Quartet […] mehr


Abo

Top