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Franz Liszt

Klaviertranskriptionen von Beethovens Sinfonien Nr. 2 und Nr. 5 (Liszt-Edition Band 15)

Konstantin Scherbakow

Naxos 8.550457

Mit der Transkription der neun Beethoven-Sinfonien beschäftigte sich Liszt über fünfundzwanzig Jahre, um „den Klavierspielern dieser Welt ein möglichst exaktes Modell von Beethovens Genie zu liefern, so weit das in meiner Macht steht.“ Man liest hinter diesen Sätzen den Wunsch, den Ernst dieser Arbeit zu würdigen, anstatt auf lisztsche Transkriptions-Bravura zu lauern.
Dennoch geben sich diese Werke widersprüchlich: Sehr gewissenhaft setzt Liszt den Orchestersatz aufs Klavier um, doch das Ergebnis ist eben auch ein großer Reiz für den Virtuosen. Und wohl jeder, der diese Transkriptionen studiert hat, wird irgendwann der Gefahr erlegen sein, weniger an Beethovens thematische Arbeit zu denken, als an den pianistischen Zauber und Selbstzweck dieser Monstren.
Liszt wollte Beethoven dienen und die Heutigen hören bloß Liszt und seine flotten Oktaven. Konstantin Scherbakows Einspielung ist in ihrem donnernden Elan unbedingt mitreißend. Nur gehen ihm manchmal ein wenig die Pferde durch, und vor lauter Klavierwucht vergisst man dann, dass es einmal die fünfte Sinfonie war, was da erklingt. Doch das sei nur eine kleine Einschränkung - die Folge fünfzehn der Liszt-Edition von Naxos ist auf pianistisch allerhöchstem Niveau.

Matthias Kornemann, 02.03.2000



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