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Franz Liszt

Eine Faust-Sinfonie

Plácido Domingo, Chor der Staatsoper Berlin, Berliner Philharmoniker, Daniel Barenboim

Teldec/Eastwest 3984-22948-2
(71 Min., 3/1998, 6/1998) 1 CD

Dies ist eine äußerst gediegene und streckenweise (dritter Satz!) sogar sehr gelungene Aufnahme der wichtigsten Orchesterpartitur von Franz Liszt. Aber die eine oder andere Frage bleibt doch.
Relativ leicht zu beantworten ist die, warum immer noch das von Liszt selbst nur mulmig drangepappte, scheußlich kitschige Tenor-plus-Chor-Finale eingespielt wird, obwohl selbst Richard Wagner den rein instrumentalen Alternativ-Schluss so viel besser fand. Antwort: Weil der Name eines Startenors die Aufnahme verkaufen hilft. (Hier fühlt sich Herr Domingo vom “Äwig-Weiblichään” mit Knödeln hinangezogen.)
Ferner erläutert ein Beihefttext das Werk, der verfasst wurde von “Weimar 99, Kulturstadt GmbH”. Und die letzte Frage: Warum steht auf der CD, die Berliner Philharmoniker spielten hier nur mit freundlicher Genehmigung von EMI Classics? Leibeigentum oder - ja, das wird’s sein: Wir wissen jetzt, noch vor der “geheimen Wahl” der Berliner Philharmoniker, wer Nachfolger des scheidenden Claudio Abbado als Chefdirigent sein wird. Er heißt anscheinend Simon Rattle und ist das beste Zugpferd im Stall von - EMI Classics.

Thomas Rübenacker, 18.02.1999



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