Responsive image
György Ligeti

Atmosphères, Lontano, Apparitions, San Francisco Polyphony, Rumänisches Konzert

Berliner Philharmoniker, Jonathan Nott

Teldec/Warner Classics 8573-88261-2
(54 Min., 12/2001) 1 CD

Viel ist auf diesen Seiten schon geschrieben worden über Ligeti und seine Musik sowie über die bisherigen Folgen der Gesamtaufnahme seines Werkes (siehe Ligeti-Rezensionen). Daher kann ich mich kurz fassen. Die neue Folge präsentiert nun endlich die Werke für großes Orchester, mit denen Ligeti berühmt wurde - sowohl in der Musikwelt als auch beim Kinopublikum.
"Atmosphères" ist ein Stück reiner Klangkomposition, ohne Themen, ohne rhythmische Figuren. Stanley Kubrick diente diese Musik in seinem Film "2001" zur Schaffung einer Weltraum-Atmosphäre. Was auf der neuen, durchweg hervorragenden Einspielung indes viel stärker zum Tragen kommt als außermusikalische Assoziationen, ist, wie sehr "Atmosphères" und in noch stärkerem Maße das Nachfolgewerk "Lontano" im Grunde die klangliche Welt der Spätromantik und des Impressionismus in eine völlig eigene Sphäre transzendieren. Die Berliner Philharmoniker und der junge Dirigent Jonathan Nott (über den das Beiheft schweigt) interpretieren die Musik Ligetis nicht als Avantgarde, sondern als Teil, vielleicht auch Endpunkt, einer langen Tradition.
Von Jonathan Nott wird man noch viel hören; nicht umsonst hat sich der als extrem kritisch geltende Ligeti nach dem Wegfall Esa-Pekka Salonens für ihn als Dirigent seiner Orchesterwerke entschieden.
Als besonderes Bonbon findet sich auf der CD ein Frühwerk Ligetis, das bislang meines Wissens noch nicht auf Platte vorgestellt wurde - das "Concert românesc", eine viersätzige Komposition auf der Basis rumänischer Folklore, tonsprachlich zwischen Bartók und Enescu angesiedelt, doch mit einigen deutlichen Hinweisen darauf, in welche Richtung sich Ligeti einmal entwickeln würde.

Thomas Schulz, 06.06.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Seine fröhlichen Werktitel wie „Rheinische Sinfonie“ oder „Frühlingssinfonie“ lassen einen bei Robert Schumann manchmal denken, er sei eine unbeschwerte Frohnatur gewesen. Dabei hat wohl kaum ein anderer Komponist so mit sich und dem Leben gehadert und zugleich sich selbst immer wieder so grandios aus den Tiefen der Depression in die Höhenflüge der Musik gerettet wie Schumann. Seine zweite Sinfonie entstand in einer Zeit, in der sich der Komponist von einer schweren Lebens- und […] mehr »


Top