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György Ligeti

Hamburger Konzert, Doppelkonzert, Ramifications, Requiem

Marie-Luise Neunecker, Heinz Holliger, Asko Ensemble, Schönberg Ensemble, Reinbert de Leeuw, London Voices, Berliner Philharmoniker, Jonathan Nott

Teldec/Warner 857388263-2
(66 Min., 2001, 2002) 1 CD

Was sind "schwebende Klänge in changierenden Farben", was sind "spinnennetzartige 24-Tonfelder" (György Ligeti)? Musik zu einer Odyssee in den Weltraum - das dachte sich schon der Regisseur Stanley Kubrick und gab seinen Bildern in den 70er Jahren mittels Musik von György Ligeti etwas Unfassbares in einer unendlichen Weite. Die Faszination an der Wirkung der Mikrotonalität, die die hier vorliegenden Stücke verbindet, ist eine Weiterentwicklung der vertrauten Klänge. Ligeti komponiert nicht elektronisch, obwohl man das genaue Maß der Mikrotonalität auf diesem Wege wohl am besten erreichen könnte, aber es geht ihm nicht in allererster Linie um Präzision. Ihm ist das menschliche Ringen darum wichtig, der Musiker, der alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt, um Visionen Gestalt zu geben, der etwas wagt. Die Neuaufnahme gab György Ligeti die Möglichkeit, Interpreten einzuladen, die mit seiner Musik vertraut sind, Musiker, für die das Spielen und Einhören in alte wie neue Klangspektren selbstverständlich ist. Damit sind aus dem Experiment Musik, das György Ligeti schon in den 60er Jahren wagte, aussagekräftige Schritte auf dem Weg zur Musik des 21. Jahrhunderts geworden. Der hier gesetzte Maßstab fordert Musiker nicht dazu auf, diese Einspielung künftig im Konzert zu klonen, er dokumentiert eine Haltung: das unerbittliche Ringen um die Spannung in der Balance, die bei exzellenten Musikern im Ergebnis spielerisch anmutet.

Margarete Zander, 09.08.2003



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