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György Ligeti, Steve Reich

Bossobe, Bobangi, Yangissa, Anduwa, Banga Banga, Zoboko, Mohunga, Mai, Etüden Nr. 4, 8,12, 16, 17, 18, Clapping Music, Music For Pieces Of Wood

Pierre-Laurent Aimard, Aka Pygmaen, Simha Arom

Teldec/Warner 8573 86584-2
(51 Min., 6/2001, 9/2001, 7/2002) 1 CD

Was hört man, wenn man Ligetis Klavieretüden lauscht? Man ist zuallererst beeindruckt von der Virtuosität des Interpreten, besonders wenn man das Glück hat, Pierre-Laurent Aimard zu erleben. Seine Anschlagsdynamik, seine quasi "szenische" Interpretation führt - unterstützt durch Mimik und Gestik - in ein differenziertes Hören dramatischer Texturen.
Was hört man, wenn man afrikanischen Gesängen und Tänzen lauscht? Man assoziiert Bilder von der fremden Kultur, ist fasziniert von einer durch den ganzen Körper pulsierenden und getragenen Rhythmik.
Treffen diese durch subsaharische Rhythmen angeregten Etüden Ligetis und ihre Inspirationsquelle aufeinander, passiert etwas Seltsames: Die alten Hörmuster greifen nicht mehr, aber es stellen sich automatisch neue ein und man fragt sich, warum man nicht schon eher die Neue Musik Ligetis so körperlich und die afrikanische Musik so komplex wahrgenommen hat. Wahre Rauschzustände könnten sich hier einstellen, bei größter Wachheit und Aufmerksamkeit.
Dass Aimard hier noch die auf den Rhythmus reduzierte "Clapping Music" des Amerikaners Steve Reich und dessen "Music for Pieces of Wood" hinzufügt, ist programmdramaturgisch geschickt, warum er diese Stücke allerdings allein gestaltet und im Multitrack-Verfahren hat aufnehmen lassen, lässt sich nicht nachvollziehen. Diese Stücke beginnen ja in der Spannung zwischen den verschiedenen Spielern erst richtig zu leben, bekommen durch das Zusammenwirken verschiedener Musiker ihre energetische Dichte. Hätte man in diesem faszinierenden Projekt nicht die Kulturen in der Musik zusammenführen können?

Margarete Zander, 23.08.2003



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