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György Kurtág

Kafka-Fragmente

Juliane Banse, András Keller

ECM/Universal 1965 947 6309
(60 Min., 9/2005) 1 CD

"Meine Ohrmuschel fühlt sich frisch, rau, kühl, saftig an wie ein Blatt." (Franz Kafka) Durch die Erzählung "Die Verwandlung" hat der ungarische Komponist György Kurtág, der anlässlich seines 80. Geburtstages in diesem Jahr besonders viele Aufführungen erlebt, einen Zugang zum Werk des Schriftstellers gefunden. Als er 1985/86 an seinem Kafka-Zyklus arbeitete, haben ihn die Briefe und Fragmente nicht mehr losgelassen und beinahe hätte er dem Zyklus den Titel "Meine Gefängniszelle - meine Festung" gegeben. Kurtágs Besessenheit und die enge Zusammenarbeit mit den Interpreten gibt seiner Musik das, was sie einzigartig macht: der Blick in seelische Tiefen, das Überschreiten der Grenzen. Juliane Banse und András Keller haben den extremen Weg nicht gescheut. Es ist schon unheimlich, wie selbstverständlich ihre abgrundtiefen Erkenntnisse daherkommen. Bewundernswert virtuos!

Margarete Zander, 25.03.2006



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