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Jacques Offenbach

Dr. Ox

Opera Company "Les Brigands", Benjamin Levy, Stéphane Druet

Tourbillon, TRB 001
(134 Min., 12/2003)

Kaum zu glauben, aber bei dieser Produktion handelt es sich tatsächlich um die erste echte Neuproduktion der Operette "Dr. Ox" von Jacques Offenbach seit ihrer Uraufführung 1877. Dabei trägt das Stück auch noch die Handschrift des Science Fiction Pioniers und Theaterautors Jules Verne, auf dessen 1871 erschienener Novelle "Eine Phantasie des Dr. Ox" das Libretto nämlich basiert. In dem ebenso absurd-grotesken wie hintergründig komischen Stück verhilft ein dubioser Wissenschaftler der verschlafenen Kleinstadt Quiquendonne zu einer neuen Straßenbeleuchtung - auf Sauerstoffbasis. In Wirklichkeit nutzt er die technische Innovation, um sich die Gewalt über die Stadt verschaffen: Denn beim Einatmen verwandelt das Gas rechtschaffende Bürger in eine wilde, ihre Bedürfnisse ungehemmt auslebende Horde. All dies haben der Komponist und sein Librettist mit jeder Menge Sprachwitz und Situationskomik in eine waschechte Offenbachiade umgesetzt: natürlich inklusive einer Zigeunerin, die für exotische Tanz- und Gesangseinlagen sorgt, sowie eingängigen Couplets wie dem sich hartnäckig in die Ohren bohrenden "Ohn‘ Ox-ygen, ohn‘ Ox-ygen, wo käm die ganze Menschheit hin?". Die junge Operntruppe "Les Brigands" setzt dies alles mit großem Enthusiasmus um: Die Originalpartitur ist geschickt für Salonorchester arrangiert und wird von Daniel Levy ebenso zupackend wie facettenreich dirigiert. Die Sängerdarsteller überzeugen gleichermaßen in Dialog wie Gesang. Die auf vorsichtige Typisierung setzende Regie sowie die Kameraführung sind einfallsreich; lediglich die große Orgie vor dem Explodieren der Gasfabrik hätte noch ein wenig anarchischer umgesetzt werden können. Eine filmisch ansprechende Dokumentation zur Geschichte des Stücks wie der Produktion rundet das sympathische DVD-Projekt ab.

Carsten Niemann, 15.12.2007



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