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Carl Orff

Carmina Burana

Hei-Kyung Hong, Stanford Olsen, Earle Patriarco, Atlanta Symphony Orchestra, Donald Runnicles

Telarc/In-Akustik 80575
(60 Min., 4/2000, 5/2000) 1 CD

"O Fortuna": Laut will das Glück gelobt sein, und lärmen muss die Klage über seine Wechselhaftigkeit. Das ist auch so, wenn Donald Runnicles mit dem Chor und dem Sinfonieorchester von Atlanta der langen Reihe von Einspielungen der "Carmina Burana" eine weitere hinzufügt.
Lässt man die durchaus nahe liegende Frage nach der Unabdingbarkeit einer Neuaufnahme des vielgespielten Stücks einmal beiseite, dann lässt sich hier vor allem eine gelungene, fein ausgearbeitete Kontrast-Dramaturgie bewundern. Denn Runnicles führt seine Sänger und Instrumentalisten nicht nur gerne in Extreme des Lauten und des Leisen, sondern auch in Extreme der Klangformung und der sprachlichen Artikulation. Er setzt das Weiche gegen das Harte, setzt Freude gegen Schmerz, kontrastiert die Sehnsucht mit ihrer Erfüllung.
Dass es ihm gelingt, die Kontraste derart weit auszureizen, ist allerdings nur möglich, weil er wirklich überzeugende Musiker an seiner Seite weiß. Allein die Schlagzeuger des Orchesters sind Gold wert, wenn sie den heimischen Boxen effektvoll präzise Erschütterungen abringen; die Bläser sind exzellent - und der Chor wirkt auf dem Anger ebenso überzeugend (homogen und selbst in luftigen Höhen stark) wie in der Taverne.
Lediglich die Solisten gefallen mir nicht ganz: Da hat man unter den Sängern der Konkurrenz-Aufnahmen durchaus schon charakteristischere und profiliertere Äbte und sterbende Schwäne gehört.

Susanne Benda, 14.02.2002



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