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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Johann Sebastian Bach

Clavier-Übung, zweiter Teil (Französische Ouvertüre BWV 831, Italienisches Konzert BWV 971), Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903, Vier Duette BWV 802-5, Fantasie und Fuge BWV 906

Evgeny Koroliov

Hänssler/Naxos 4 010276 016083
(77 Min., 09/1999) 1 CD

Nachdem Jewgenij Koroljows Neueinspielung der "Goldberg-Variationen" dankbare Einerseits-Andererseits-Abwägungen ermöglichte, grenzt sein zweiter Beitrag zur "Edition Bachakademie" an das, was Kopfzerbrechen im besten Sinn beschert: Vollkommenheit. Natürlich gibt es die nicht, aber mir ist keine Einspielung des zweiten Teils von Bachs Clavier-Übung sowie der Chromatischen Fantasie und Fuge bekannt, die ähnlich kongenial technische Brillianz, filigrane Stimmführung und Ausdrucksintensität verbindet.
Bachs stürmisches d-Moll-Paar, von seinem ältesten Sohn zu Recht mit "bleibt schön in alle Saecula" umschrieben und im Gestus mit der berühmten Toccata verwandt, wird unter Koroljows Händen kein ungezügeltes Schaustück; die Virtuosität wird mit innehaltenden Rubati und Fermaten beseelt und auf diese Weise mit viel Noblesse versehen. Umgekehrt wird die düster grundierte h-Moll-Suite "nach Französischer Art" je nach Satztypus mit einem perlend-leichten Portamento- oder einem wunderbar singenden Legato-Anschlag aufgehellt.
Nicht minder schwärmen lässt sich von Koroljows glasklarer Akzentuierungskunst im forschen "Concerto nach italienischem Gusto", von seinem höchst subtilen Dynamik-Spiel, das vor allem in den Wiederholungen an Pianissimo-Kultur nicht zu überbieten ist. Sollte denn Glenn Goulds analytischer Verstand mit Swjatoslaw Richters tiefgründigem Empfinden gekoppelt werden dürfen: in Koroljows Bach-Spiel findet man die wunderbare Synthese.

Christoph Braun, 01.12.1999



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