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Charles Ives, Ivan Wyschnegradsky

Viertelton-Stücke

Josef Chistof, Steffen Schleiermacher

Hat Hut/Harmonia Mundi 143
(59 Min., 4/2001) 1 CD

Eine scheinbar naturgegebene Ordnung herrschte in der Musik bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Und plötzlich kam nicht nur Arnold Schönberg daher, der den Freiheitsbegriff mitsamt zwölf gleichberechtigen Tönen einführte. Das abendländische Tonsystem wurde fortan seziert, indem man nun in ungeahnte, mikrotonale Tiefen vordrang. Das erste Vierteltonwerk schrieb 1898 der Amerikaner John Foulds mit seinem Streichquartett. Zehn Jahre später folgte Busoni mit Sechstelton-Experimenten und schließlich der Schrekerschüler Alois Hába mit seinen Zwölftelton-Gebilden. Zu diesen pioniergleichen Entfesselungskünstlern, die in György Ligeti und in der gesamten Spektralisten-Schule um Gérard Grisey ihre Fans und Nachfolger finden sollten, gehörten aber auch Charles Ives und der Russe Ivan Wyschnegradsky (1893-1979). Mit ihren Klavierwerken für vier Hände ließen sie die Klänge wabern und verwegen übereinander laufen, so dass mal bizarre Mobiles, mal panoptische Gebrauchsmusikanleihen oder gespenstische Tonwolkenkonstellationen herauskamen.

Guido Fischer, 12.01.2007



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