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Giovanni Battista Pergolesi

Die Magd als Herrin, Livietta und Tracollo

Nancy Argenta, Patricia Biccirè u.a., La Petite Bande, Sigiswald Kuijken

TDK DV-LTSP
(84 Min., 1998) 1 DVD, Dolby digital, DTS, PCM-Stereo; PAL 16:9

Sie verkleiden sich, sie verstellen sich, sie klagen, sie flehen, sie scherzen, sie schmachten. Am Ende jedoch finden Livietta und Tracollo, Uberto und Serpina zusammen, und zweimal gut vierzig Minuten schöner und spannender Musik sind vorüber. Givanni Battista Pergolesis Intermezzi "Livietta und Tracollo" und "Die Magd als Herrin" sind beste Unterhaltung: So sind sie (als heitere Einsprengsel in ernste Opern) gedacht, und so sollten sie heute noch wirken.
Jedenfalls im Idealfalle. Dieser beste aller Fälle ist in dieser Produktion der Brüsseler Oper allerdings nicht eingetreten. Unter Ferrucio Soleris Regie ziehen die beteiligten Sänger lediglich ebenso altbewährte wie altbackene Stereotypen der Klamotte ab. Zupfen sich hier und stupsen sich dort - und wie sie da in ihren berüschten Kostümen umeinander herum tänzeln, den Mund verziehen und dem anderen eine Nase drehen, ist das so wahnsinnig lustig, dass einem die Lust am lustigen Zwischenspiel schnell vergehen könnte. Wäre da nicht noch die Musik.
Unter den Sängern ragt Nancy Argenta sängerisch und spielerisch heraus. Und Sigiswald Kuijken lässt bei seinem Orchester derart die Post abgehen, dass sich die Bühne unweigerlich nach unten zu verlagern scheint. Man kann also die Augen getrost schließen. Und dann: Wer Ohren hat, der sehe.

Susanne Benda, 04.07.2002



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