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Giovanni Battista Pergolesi

Stabat Mater

Nuria Rial, Carlos Mena, Ricercar Consort, Philippe Pierlot

Mirare/harmonia mundi MIR 006
(54 Min., 2/2005) 1 CD

Endlich einmal wieder eine wirklich überzeugende Neueinspielung von Pergolesis Schwanengesang - bisher musste man für des früh vollendeten Italieners musikalische Version der Mitleid geprägten Betrachtung über Marias Schmerzen angesichts der Kreuzigung ihres Sohnes auf ältere Aufnahmen zurückgreifen: Kirkby und Bowman unter Hogwood z. B. war (und ist selbstverständlich weiterhin) immer eine erstklassige Wahl. Nun gibt es eine Alternative. Nuria Rial und Carlos Mena harmonieren perfekt miteinander und verfügen beide über ein weites vokales Ausdrucksspektrum, das besonders auch ihre Solonummern zum ergreifenden Erlebnis macht. Überaus organisches Messa di voce, leichtes Vibrieren in Momenten großer Intensität, durchsichtiges, gelegentlich gar leicht behauchtes Pianissimo im Affekt außerordentlicher Betroffenheit sind nur einige der Ausdrucksmittel, mit denen die beiden Interpreten an passender Stelle effektvoll aufzuwarten wissen. Hinzu kommt, dass sich auch die bisher nicht sehr bekannte Sopranistin Nuria Rial (im Fall von Carlos Mena wussten wir das schon) durch eine ungewöhnlich schöne Stimme auszeichnet. Mena singt das für moderne Ohren immer etwas heikle "Quae moerabat" ähnlich schnell wie Sara Mingardo in Alessandrinis Einspielung (Opus 111); Alessandrini löste damit für sich das Problem des scheinbar allzu aufgeräumt-tänzerischen Charakters (über den sich einst schon Berlioz mokierte) bei durchaus ernstem Text. Allerdings wirkt Menas Version viel organischer als diejenige Mingardos und macht Alessandrinis Erklärungen, denen der Autor bisher eher skeptisch gegenüberstand, erst wirklich nachvollziehbar.
In Pergolesis Salve Regina für Alt-Solo hat Carlos Mena dann noch Gelegenheit, seine kraft- und klangvolle tiefe Lage zu präsentieren. Und all diese vokalen Genüsse werden kompetent und engagiert begleitet durch das optimal aufgestellte Ricercar Consort unter Leitung von Philippe Pierlot - was will man mehr?

Michael Wersin, 21.04.2006



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