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Sergei Prokofjew

Die Violinkonzerte, Die Kammermusik mit Violine

Frank Peter Zimmermann, Alexander Lonquich, Berliner Philharmoniker, Lorin Maazel, Philharmonia Orchestra, Mariss Jansons

EMI 5 66605 2 
(1988 - 1997) 2 CDs

Endlich einmal eine nicht im Akkord erstellte Gesamtaufnahme! Sie zeigt Frank Peter Zimmermanns stetige Entwicklung während eines Jahrzehnts und belegt an Hand des klingenden Ergebnisses die Richtigkeit des konsequent verfolgten Weges. In einer Zeit, in der “Stars” noch schneller verheizt werden, als sie mit großen Sprüchen aufgebaut werden können, setzt Zimmermann unbeirrt auf musikalische Werte.
Herausragend: beide Violin-Sonaten, die plastisch durchgegliederte Solo-Sonate und das Zweite Violinkonzert mit Jansons sorgfältig auffächerndem Dirigat. Die klangliche Identität beider Parts der im Playback-Verfahren aufgenommenen Sonate für zwei Violinen C-Dur op. 56 entfaltet mehr Reiz als erwartet, vermindert jedoch die spannungserzeugenden Möglichkeiten, wie sie eine Aufführung mit zwei Interpreten böte. Es ist jedoch bewundernswert, wie Zimmermann den Eindruck des sich selbst Zuhörenden zu erwecken vermag. Zu keinem Zeitpunkt begeht er den Fehler, mechanisch am Metrum zu kleben.
Der Begleittext ist kundig geschrieben, hätte allerdings im Falle des g-Moll-Konzerts, der ersten Violin-Sonate und der Sonate für zwei Violinen die Fakten korrekter aufbereiten müssen.

Wolfgang Wendel, 31.05.1997



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