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Giacomo Puccini

Messa di Gloria, Preludio sinfonico, Crisantemi

Roberto Alagna, Thomas Hampson, London Symphony Orchestra, London Symphony Chorus, Antonio Pappano

EMI 5 57159 2
(61 Min.) 1 CD

Wer immer schon wissen wollte, wie Wagner komponiert hätte, wenn er kein Deutscher, sondern ein Italiener gewesen wäre, der sollte Puccinis Opus 1 unbedingt hören: Das Preludio sinfonico, das dieser noch als Student 1882 komponierte, legt über die Chromatik den atmenden Gesang. Von ganz anderem Kaliber ist allerdings die Messa di Gloria, obwohl auch die ein Jugendwerk und obendrein noch zwei Jahre älter (!) ist: Zwar enthält auch sie etliches Banale, etliches Pauschale und Unvermittelte ebenso wie etliches Abgekupferte, doch deutet manches in der feinen Verknüpfung von Chor- bzw. Solistenpartien mit dem Orchesterpart bereits auf stilistische Eigenheiten des Opernkomponisten hin.
Und was sich irgend anbietet, lässt Antonio Pappano vom Londoner Sinfonieorchester mit viel Geschmack (also mit jener guten Balance zwischen Dezenz und Emphase, die Puccini braucht, um nicht wie Lehár zu wirken) ausmusizieren. Thomas Hampson singt mit viel Noblesse; zumal in seinem Benedictus wird die Liebe zum Detail hörbar, mit der er an seine Arbeit herangeht. Leider ist Roberto Alagna neben ihm ziemlich enttäuschend: sehr pauschal im Ausdruck, nicht immer intonationssicher und in der Höhe leicht flügellahm.
Die Streichorchester-Fassung der Crisantemi schließlich muss jedem, der die fragile Originalversion für Streichquartett kennt, ziemlich grobschlächtig vorkommen.

Susanne Benda, 16.08.2001



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