Responsive image

Occasion

Harry Connick Jr.

Marsalis Music 001166133132
(60 Min.) 1 CD

Ein bisschen Thelonious Monk, ein bisschen Errol Garner, ein bisschen Fats Waller: Harry Connick Jr. hat seine Klassiker studiert. Als Schmuse-Entertainer und Schöpfer des Soundtracks zu "When Harry Met Sally" ist er zu Weltruhm gekommen. Das Klavierspielen hat der Ex-Schüler dabei nicht verlernt und so vergnügte er sich mit Branford Marsalis, dem Sohn seines einstigen Klavierlehrers Ellis Marsalis, in 13 Duo-Nummern. Vorbild waren Steve Lacy und der Pianist Mal Waldron, die im August 1981 "Live at Dreher" das Material für vier weltentrückte Duo-CDs eingespielt hatten. Dem 2004 gestorbenen französischen Sopransaxofonisten lässt Branford Marsalis in der Hommage "Steve Lacy" verklärte Töne aus dem Sopransaxofon nachwehen, die durch den Nachhall der Saiten des geöffneten Flügels wie aus einer anderen Welt wirken. Anders als Lacy und Waldron greifen Connick und Marsalis auch auf die Tradition des Stride Pianos zurück. Ihre Bandbreite reicht von Free-Momenten bis zu altmeisterlich swingenden Titeln. Die zwei improvisieren eng verzahnt, wobei sie gelegentlich Klassiker so geschickt umformen, dass daraus eigene Nummern entstehen. Dabei zeigt sich in "Spot", einem Abkömmling des Klassikers "Ain’t She Sweet", dass sich Branford nicht nur an Lacys klagenden Tönen orientiert, sondern auch das extrovertierte Klangbild von Sidney Bechet studiert hat. Die innere Harmonie und die Intimität der Aufnahmen macht sie zum idealen Begleiter für nachdenkliche Stunden und Candlelight-Dinner.

Werner Stiefele, 14.01.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top