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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Henry Purcell

Dido und Äneas

Emily van Evera, Ben Parry u.a., Taverner Consort, Taverner Choir, Andrew Parrott

Sony SK 62993 
(61 Min., 9/1994) 1 CD

Seit Beginn der Neunziger hat es gerade von Henry Purcells wunderbarer Miniaturoper um das tragische Schicksal der karthagischen Königin Dido eine Reihe bemerkenswerter Neueinspielungen gegeben, die allesamt um die Krone der “authentischsten” Klanggestalt stritten: Alle wichtigen britischen Historisten waren dabei, ob Hogwood, Gardiner, Pinnock, Hickox oder McGegan, und zuletzt auch der Barockkönig von Paris, William Christie. Dieser Konkurrenz hat nun der zur radikalen Fraktion zählende Andrew Parrott eine besonders puristische, in den Instrumentalstimmen lediglich solistisch besetzte Version hinzugefügt, die bereits im September 1994 in London aufgezeichnet wurde.
Im Vergleich zu den eher voluminösen Orchesterapparaten Pinnocks oder McGegans wirkt die Achter-Combo des spröden Mr. Parrott stark ausgedünnt und dynamisch begrenzt: Und doch spürt man das individuelle Engagement und die raffinierte Phrasierung der fünf hochklassigen Streichersolisten um so deutlicher. Auf der vokalen Seite schlägt vor allem der blitzsaubere, fantastisch homogene und klangschöne Taverner-Chor positiv zu Buche sowie die herausragende, hochartifizielle Gestalterin der Titelrolle, die Amerikanerin Emily van Evera. Mit ihrem makellosen “klingenden” Sopran hält sie die ideale Balance zwischen stilisiertem Schöngesang und einer fein abgestuften, sehr beweglichen Ausdrucksskala. Die jugendliche Janet Lax als Belinda kann da gut mithalten, während der vormalige “Swingle Singer” Ben Parry als Äneas blass und uninspiriert bleibt. Eine Spur mehr Lebendigkeit und Dramatik hätte dem Ganzen nicht geschadet.

Attila Csampai, 31.03.1999



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