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Sergei Rachmaninow

Klavierkonzert Nr. 3

Arcadi Volodos, Berliner Philharmoniker, James Levine

Sony SK 64384
(61 Min., 6/1999, 1/2000) 1 CD

Diese Liveaufnahme des dritten Rachmaninow-Konzert mit Arkadij Volodos ist ein durchaus bemerkenswertes Dokument des Virtuosentums. Volodos beherrscht das Material eindrucksvoll. Selbst in den dicksten Passagen ist sein Ton schön, samtig, ist die Treffsicherheit enorm. Den altmodischen Hang zu etwas sämiger Klangüppigkeit teilt Volodos mit seinem Dirigenten James Levine. Schön.
Nur sind andere Live-Aufnahmen mit Van Cliburn oder Martha Argerich doch noch beeindruckender. Das Werk ist hier nicht erfunden worden. Denn was sich da pianistisch überaus feurig hören lässt, entpuppt sich bei wiederholtem Anhören als Sahnestück moderner Klassik-Spektakelkultur. Der Phrasierungsduktus ist so natürlich nicht, wie er vorgibt, sondern unterliegt einer durchaus subtilen Effekthascherei. Da wird manchmal gegen den Strich gebürstet, damit eine kecker gekräuselte Linie aufhorchen lasse, wird plötzlich in der Solokadenz im Kopfsatz losgenagelt wie verrückt - Achtung, Oktaven!
Doch an vertrackteren Stellen neigt Volodos zu durchaus kleinlauter pianistischer Problembewältigung. Wie viel aggressiver, herrischer geht Martha Argerich die Kadenz an. Die Disproportioniertheit der Effekte tritt im Finale noch stärker hervor. Mal gart der Solopart in einer dicken Sauce, dann wieder jagt der wieder erstandene Pianist los wie gestochen. So entwertet sich unbestreitbare pianistische Kompetenz. Das Publikum brüllte natürlich.

Matthias Kornemann, 12.10.2000



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