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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Sergei Rachmaninow, Sergei Tanejew

Die Glocken op. 35, Kantate "Johannes Damascenus"

Marina Mescheriakova, Sergej Larin, Vladimir Chernov, Moskauer Staatskammerchor, Russisches Nationalorchester, Mikhail Pletnev

Deutsche Grammophon 471 029-2
(60 Min., 6/2000) 1 CD

Der Pianist Pletnjew gibt gern den großen Kühlen aus dem Osten, der Dirigent Pletnjew nicht minder - was ihn aber nicht daran hinderte, diese beiden nahezu unbekannten Chorwerke äußerst fesselnd auf CD zu bannen.
Rachmaninows eigentliche "Chor-Sinfonie", ein viersätziges Werk auf einen (kongenial russifizierten) Text von Edgar Allan Poe, war ein Lieblingswerk des Komponisten, nur eben nicht seines Publikums: Die "Glocken", die Rachmaninow in ganz Russland läuten hörte, symbolisieren die vier Lebensalter des Menschen, Schlittenglöckchen, Hochzeitsglocken, Feuerglocken und Todesglocken.
An Klangpracht und ausgepichter Faktur seine drei anderen Sinfonien übertreffend (nicht die "Sinfonischen Tänze"!), lebt gerade dieses ungewöhnliche Werk von der exakt kalkulierenden Klangorganisation des Dirigenten, von seiner luziden Steigerungsdramaturgie - Pletnjew macht das blendend. Und natürlich von der Qualität der Sänger und des Chors: Alle bringen stimmmächtig authentisch russisches Timbre ein, haushoch überlegen den ansonsten glitzernden Aufnahmen mit anglo-amerikanischen Kräften. Und da das von Pletnjew gegründete Russische Nationalorchester den besten Ensembles Englands und Amerikas in nichts nachsteht, dürfte dies die neue Referenzaufnahme sein, auch klangtechnisch.
Ein Juwel und mit dreiundzwanzig Minuten Länge alles andere als eine Zugabe ist Tanejews erst düstere, dann aber in eine Fuge der Hoffnung mündende Kantate "Johannes Damascenus", dargestellt mit der gleichen Sorgfalt und Inspiriertheit wie Rachmaninows "Glocken". Eine rundum erfreuliche Neuerscheinung mit hohem Repertoirewert!

Thomas Rübenacker, 03.05.2001



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