Responsive image

People People Music Music

Groove Collective

ZYX/BHM 1015-2
(67 Min.) 1 CD

Es ist eine alte Regel: Gruppen oder Platten, die großsprecherisch Worte wie "Funk", "Swing" oder "Groove" in ihren Namen führen, werden den Erwartungen konsequent nicht gerecht. Das New Yorker Groove Collective ist da glücklicherweise die berühmte Ausnahme von der Regel. Bereits 1993, inmitten des Acid-Jazz-Hypes, erschien die erste Platte des Kollektivs; mit der Aufnahme "We the People" gelang dem Zehnerpack um den Saxofonisten Jay Rodriguez 1996 ein großer Wurf. Trotz weiterer Veröffentlichungen wurde es danach still um die Band.
Jetzt, fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum, meldet sich das Groove Collective zurück. Es hat sich auf Sextettgröße gesund geschrumpft und lässt inzwischen die Finger vom Hip Hop. Ansonsten offenbart es die alten Qualitäten: wild wuchernde Bläsersätze mit Flöte, Bassklarinette, Sax und Trompete; schweißgetränkte Soli, Live-Atmosphäre und ein klares Bekenntnis zu den Siebzigerjahren. Fela Kutis Afrobeat, Donald Byrds Soulfunk und Tito Puentes Latin-Irrsinn sind die klaren Bezugspunkte des Groove Collective; an einer Stelle hilft nun James Browns Posaunenschwergewicht Fred Wesley aus.
Alles in allem: rauschhafte Musik, die man nicht allzu genau analysieren sollte. Wenn man das nämlich tut, fällt eine gewisse Formlosigkeit auf. Zuweilen erscheint das Comeback des Kollektivs ähnlich redundant wie der seltsam doppelt-gemoppelte Plattenname "People People Music Music". Ach, es ist ja schon so ein Ding mit Albumtiteln …

Josef Engels, 03.06.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Gab es einen größeren Goethe-Verehrer unter den Komponisten als Ludwig van Beethoven? Den Poeten lernte Beethoven 1812 kennen, da hatte er sich von dessen Werken schon längst zu eigenen Kompositionen inspirieren lassen, vor allem zu einer ausgedehnten Bühnenmusik zum Trauerspiel „Egmont“. Eine geniale Mischung aus Poesie bzw. poetischer Andeutung und musikalischer Ausgestaltung, aus Worten und Klang. Diese Musik habe er „bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben“, meinte Beethoven in […] mehr »


Top