Franz Schubert

"Arpeggione"-Sonate (arrangiert für Gitarre und Streichorchester) Giuliani: Gitarrenkonzert A-Dur

John Williams (Gitarre), Australian Chamber Orchestra, Richard Tognetti

Sony SK 63385
(52 Min., 10/1998) 1 CD

Das Arpeggione ist tot. Es lebe das Arpeggione! Schließlich kann sich ein Instrument, das es nicht mehr gibt, auch nicht mehr wehren, wenn sich Bratscher, Cellisten und jetzt gar ein Gitarrist mitsamt streichender Hintermannschaft seiner Literatur bemächtigen - auch wenn diese aus nur einem einzigen Stück besteht. Den bearbeitenden Zugriff John Williams’ rechtfertigt außerdem, dass das 1824 vom Wiener Instrumentenbauer konstruierte Streichinstrument wie die Gitarre in Quarten gestimmt war und auch unter den Namen “Guitare d’amour” und “Gitarren-Violoncello” bekannt war.
Dass ich dennoch, auch nach dem Hören dieser CD, die Fassung von Schuberts Arpeggione-Sonate für Bratsche und Klavier für die beste halte, hat vor allem zwei Gründe: erstens des Streichorchesters oft gefühlsduselige Weichzeichnung und Süßlichkeit - und zweitens die Unfähigkeit der Gitarre, vor allem bei langen Haltetönen oder Legato-Phrasen, den Ton eines Streichinstrumentes auch nur annähernd angemessen darstellen zu können. Zwar versucht es John Williams immer wieder mit munteren Tonrepetitionen und spielt auch ansonsten seine virtuosen Tugenden und klangfarblichen Möglichkeiten wirkungsvoll aus. Doch insgesamt verkommt hier Schuberts subtiler kammermusikalischer Gesang zu einem Show- und Schmalzstück. Bei Giuliani schließlich fehlt oft die Präzision im Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester.

Susanne Benda, 31.03.1999



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Es gibt zwei Arten von Variationswerken. Die einen machen ganz banal ihrem Namen alle Ehre und variieren etwas, in der Regel eine Melodie. Die anderen gehen darüber hinaus. In die erste Kategorie fallen unter anderem auch Werke prominenter Jubiläumskomponisten, die man getrost in der Schublade lassen kann. In die zweite Kategorie fällt eher wenig. Als Igor Levit sich 2015 den großen pianistischen Variationswerken widmete, durften zwei natürlich nicht fehlen. Klar, Beethovens […] mehr »


Top