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Johann Sebastian Bach

Orgelwerke Vol. III: Triosonaten BWV 525-530

Ton Koopman

Teldec/Warner Classics 4509-94460-2
(75 Min.) 1 CD

Unter Organisten sind sie gefürchtet. Die fünf Triosonaten BWV 525-530, die Bach für die „Königin der Instrumente" komponiert hat, klingen sehr viel leichter, als sie sind. Denn hier muss der Interpret mit beiden Händen und Füßen für drei denken. Zwei Melodieinstrumente und ein Bass zur Begleitung würden schließlich auch jedes für sich atmen, gliedern, artikulieren.
Der holländische Organist, Cembalist und Dirigent Ton Koopman beweist auch hier, dass er immer für eine Überraschung gut ist. An Arp Schnitgers Instrument in Hamburgs Hauptkirche St. Jacobi begibt er sich wieder auf die Reise hin zur ideal alten Spielweise. Das beginnt mit der Aufnahmetechnik, die das Stimmengeflecht nicht — wie meistens üblich — wohnzimmertrocken einfängt, sondern den Kirchenhall „original" mitzuliefern scheint. Hat man sich daran gewöhnt, stellt man auf einmal fest, dass Koopman die von Bach vorgeschriebenen Wiederholungen dazu nutzt, alle Stimmen frei auszuzieren. Was im Barock gängige Praxis war, traut sich heute kaum noch jemand — außer Koopman. Was Bach um 1730 komponierte, um seinem Sohn Wilhelm Friedemann den letzten Schliff zu verpassen, ist bei derart kundiger Führung auch heute noch ein ungetrübtes Hörvergnügen.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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