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Franz Schubert, Johann Nepomuk Hummel

Forellenquintett op. 114, Quintett es-Moll op. 87

Christophe Gaugué, Stéphane Logerot, Trio Wanderer

helikon harmonia mundi HMC 901792
(58 Min., 6/2002) 1 CD

Allein der Bielefelder Katalog verzeichnet gut 30 Einspielungen von Franz Schuberts Forellenquintett, aber diese hier sollte man trotzdem haben: Ohne etwa behaupten zu können, eine repräsentative Anzahl der anderen Aufnahmen zu kennen, muss der Rezensent die Version des “Trio Wanderer”, verstärkt um Christophe Gaugué (Bratsche) und Stéphane Logerot (Kontrabass) wärmstens empfehlen, denn sie ist in punkto klanglicher Ausgewogenheit und Tiefenschärfe sowie interpretatorischer Eleganz auf der Basis perfekter Spieltechnik ein echtes Erlebnis. Dramatische Passagen erklingen kraftvoll, ohne jemals an Wärme zu verlieren oder gar schrill zu werden. Die Streicher bringen es zu einer nonchalanten Beredsamkeit, die ihresgleichen sucht: Nirgends stören unsaubere oder scharfe, dünne Töne, wie sie auch den besten Formationen immer wieder unterlaufen. Vincent Coq versteht es, auf dem modernen Flügel einen Mittelweg zwischen transparenter Klarheit und Legato-Kultur zu finden, der sich dem wunderbar homogenen Streicher-Corpus optimal einfügt.
Dem Forellenquintett stellen die Musiker Johann Nepomuk Hummels Quintett es-Moll op. 87 voran, weil es in dieser Form (ursprünglich handelte es sich um ein Septett, das Hummel selbst entsprechend bearbeitet hat) offenbar dem Auftraggeber des Forellenquintetts, Sylvester Paumgartner, ein inspirierendes Vorbild für sein eigenes Ersuchen an Schubert war. Das begeisternde Spiel der fünf Musiker adelt auch dieses Werk, das sicher nicht an Schuberts durch und durch originelles Meisterstück heranreicht, aber für sich genommen zweifellos eine sehr abwechslungsreiche, spielfreudige und mit großer Könnerschaft gefertigte Komposition ist.

Michael Wersin, 02.08.2003



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