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Franz Schubert

Die schöne Müllerin (inklusive Bonus-DVD mit Tracks aus der "Winterreise")

Thomas Quasthoff, Justus Zeyen, Daniel Barenboim

DG/Universal 477 5940
(61 Min., 7/2005) 1 CD, Bonus-DVD mit Tracks aus der

Hier scheiden sich die Geister: Während manche Beurteilungen dieser Neueinspielung der "Müllerin" Lobeshymnen gleichkommen, kann der Autor dieser Zeilen dem Produkt nicht sehr viel abgewinnen. Gleich im ersten Lied irritiert Quasthoff durch unruhige, flackernde Stimmgebung mit zu hoher Intonation im Mezzavoce; wie elegant und charmant im Vergleich zu dieser recht groben Darbietung eröffnete dagegen der Tenor Jan Kobow in seiner kürzlich erschienenen Einspielung (Atma) den Zyklus! Bei Quasthoff geht es wenig erquicklich weiter: Immer wieder, vor allem in langsameren Liedern wie der "Danksagung an den Bach" oder dem "Neugierigen", wabert und wackelt die Stimme, als entbehre sie der konsequenten Atemkontrolle. Das war bei Quasthoff, der mit einem prinzipiell fantastischen Material ausgestattet ist, ja bei weitem nicht immer so; momentan allerdings überdecken die stimmlichen Unebenheiten (Ermüdung? Überlastung? Mangelnde Stimmhygiene?) über weite Strecken den als solchen sicherlich differenzierten Interpretationsansatz. Gelegentlich mulmt außerdem trotz gewohnt sorgfältiger Gestaltung durch Justus Zeyen der Klaviersatz, denn Quasthoff singt den Zyklus in der vom Original teilweise schon recht weit entfernten tiefen (statt der etwa von Fischer-Dieskau verwendeten mittleren) Lage. Die ursprünglich in A-Dur komponierte "Ungeduld" etwa rückt so nach E-Dur; die Spitzentöne an den Strophenenden sind in dieser Lage selbst bei Quasthoff, der andernorts durchaus mit hohen Gs aufwartet, keine wirklich elektrisierenden Höhepunkte.
Starke Temposchwankungen verunklaren sodann den "Morgengruß", verhudelte schnelle Noten überraschen in "Mein" - Nein, irgendwie ist Quasthoff derzeit nicht ganz im Lot; hoffentlich findet er zurück zu seiner einst wahrhaft suggestiven, Urerlebnis-haften Gesangskunst, von der auf dieser CD kaum etwas zu spüren ist.

Michael Wersin, 10.12.2005



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