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Jean Sibelius

Dokumentation

Elisabeth Söderström, Schwedisches Radio-Sinfonieorchester, Vladimir Ashkenazy

Allegro Films A 05CN D
(151 Min., 2006) 2 DVDs

Regisseur Christopher Nupen porträtiert in zwei Teilen (beide auf dieser DVD) das Leben des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius: Immer wieder schneebedeckte Bäume, Seen im Nebel, dazwischen Vladimir Ashkenazy, das schwedische Radio-Sinfonieorchester dirigierend. Ausschnitte aus den großen Orchesterwerken erklingen, nicht immer wird klar, aus welchem Satz; Schlussabschnitte mit entsprechender Finalwirkung werden bevorzugt präsentiert. Ein Sprecher erzählt außerdem aus dem Leben von Sibelius: Frühe Begabung, Berufsziel Violinvirtuose, baldige Erfolge als Komponist, zahlreiche Krisen mit Depressionen und Alkoholexzessen, Rückzug aufs Land, Erschaffung der ersten Sinfonie, dann der zweiten, der dritten, der vierten ... Das eine oder andere wird anhand dieser spärlichen, oft gleichförmigen Informationen deutlich, aber Vieles bleibt im Dunkeln: Die politische Bedeutung von Sibelius’ Schaffen wird nur anfangs angedeutet; Personen, die ihn noch gekannt haben, oder überhaupt irgendwelche lebendigen Menschen kommen nirgends zu Wort; die Informationen zu den einzelnen Werken bleiben oberflächlich und austauschbar; der Lemminkäinenzyklus wird nur marginal erwähnt, die Beziehung zur Kalevala sowie Entstehen und Bedeutung der Kalevala überhaupt werden nicht ausreichend thematisiert ... Kurzum: Wenn es nicht wenigstens zu berichten gegeben hätte, dass Sibelius Quartalssäufer war, dann verlöre sich der Zuschauer vollends in langweiliger Beliebigkeit. Nein, schöne Naturaufnahmen und spärliche Daten aus dem Off genügen nicht, um der Biografie einer solchen Ausnahmepersönlichkeit gerecht zu werden.

Michael Wersin, 07.12.2007



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