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Jean-Philippe Rameau

Die Girlande, Zephyr

Cappella Coloniensis, Sophie Daneman, Gaëlle Méchaly, Paul Agnew u.a., Les Arts Florissants, William Christie

Erato/Warner Classics 6 85738 57742 2
(95 Min., 1/2000) 1 CD

Andere Länder, andere Sitten: Wo „Ballett“ draufsteht, muss nicht ausschließlich Tanzmusik drin sein. Im französischen Barock verbargen sich hinter dieser Bezeichnung vielmehr veritable Opern. Die zwei Einakter Rameaus aus den Jahren um 1750, die William Christie auf dieser Aufnahme gekoppelt hat, bieten jenseits der wunderschönen Arien genug Anlass für Tanzeinlagen, sogar mit Dudelsack: Schließlich geht es in der „Girlande“ um Liebeswirren eines Hirtenpaares.
Zwar schlagen auch hier die Leidenschaften hoch, doch immer mit Stil. Und wer sollte das besser darstellen können als William Christie, der Altmeister der französischen Barockoper? Zwar darf Hirtin Sophie Daneman überaus virtuos mit den Vöglein im Walde um die Wette tirilieren, Gaëlle Méchaly in der Hosenrolle des Zephyr ihre Nymphen mit ausgefuchsten Koloraturen durch die Wälder Arkadiens scheuchen. Aber Christie schafft es immer wieder, dass solch hohe Kunst nie bloß künstlich klingt, ganz so, als ob die heitere Götterheimat gleich um die Ecke liege: Rameaus Meisterwerke laden ein, sich gleich dorthin zu träumen.

Stefan Heßbrüggen, 24.05.2001



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