Responsive image
Maurice Ravel, Georg Friedrich Händel, Zoltán Kodály, Johann Sebastian Bach

Duos für Geige und Cello

Nigel Kennedy, Lynn Harrell

EMI 5 56963 2
(57 Min., 4/1999) 1 CD

Die Duobesetzung Violine und Violoncello ist nicht gerade geläufig, und doch bot sie verschiedenen Komponisten das materielle Sprungbrett für hochkarätige Kammermusik – so etwa im Fall von Ravel und Kodály, die für diese Besetzung komponiert haben. Für Nigel Kennedy, der bei seinen klassischen Konzerten und CDs neuerdings seinen Vornamen weg lässt, ist das frühmoderne Repertoire ein willkommenes Spielfeld: Genüsslich kostet er zusammen mit seinem ebenbürtigen Duopartner Lynn Harrell die jazzigen Anklänge aus, lässt seine Geige technisch versiert in allen Farben schillern und schreckt auch vor den brutalen Seiten (Ravel) nicht zurück.
Die Händel- und Bach-Bearbeitung sind in kluger Dramaturgie zwischen die Vertreter des frühen 20. Jahrhunderts gestreut. Natürlich handelt es sich dabei um Bearbeitungen: Händels Passacaglia g-Moll basiert auf einem Cembalostück. Kennedy und Harrell übertrumpfen sich hier in einem atemberaubenden scheinimprovisierten Wechselspiel zwischen majestätischer Inbrunst, fein ausgehorchter Poesie, geheimnisvollen Tremolo-Abgründen und paganinihaften Aberwitzigkeiten, das nur funktioniert, weil beide immense technische Qualitäten und viel Musikantentum besitzen: Man könnte stundenlang zuhören. Bach (Transkription der Klavierinvention Nr. 6) liefert den ehrfürchtigen kontrapunktischen Ausklang.
Eine außergewöhnliche Kammermusik-CD mit Biss, die zum Besten gehört, was dieses Jahr bisher an Veröffentlichungen zu bieten hat.

Oliver Buslau, 20.04.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Heute auf den Tag genau, am 26. Januar, wäre sie 75 Jahre alt geworden: Jacqueline du Pré, die viel zu früh verstorbene Ausnahmecellistin, Schülerin von Pablo Casals und Mstislaw Rostropowitsch. Legendär ist nicht nur ihre Aufnahme des Cellokonzerts von Edward Elgar, nein, das Werk selbst, mittlerweile beliebt im Konzertsaal, erfuhr durch du Pré erst seinen Aufschwung: Die Londoner Uraufführung am 27. Oktober 1919 war zunächst eine große Enttäuschung. Der Dirigent Albert Coates hatte […] mehr »


Top