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Maurice Ravel, Darius Milhaud, Guillaume Lekeu, Ernest Chausson

Streichquartett, Streichquartett Nr. 1, Nocturne, Andromeda-Fragment, Chanson perpétuelle

Juliane Banse, Wolfram Rieger, Petersen-Quartett

Capriccio/Delta Music 10860
(68 Min.) 1 CD

Darius Milhaud? Maurice Ravel? Deren Streichquartette kennt man, und das Petersen-Quartett spielt sie zupackend, sehr genau zumal dort, wo es um die Darstellung rhythmischer und klangfarblicher Konturen geht; und bei Ravel erst ganz fein und feinsinnig ausgesponnen (eben: doux), im Finale dann jedoch mit einem Vorwärtsdrang, dessen Energie fast schon etwas Dämonisches hat.
Doch Guillaume Lekeu? Kennt man nicht. 1894, erst vierundwanzig Jahre alt, verstarb der belgische Schüler César Francks an Typhus; drei Jahre zuvor hat er eine Andromeda-Kantate komponiert, aus deren Fassung für Kammerensemble hier - gefolgt von einem kurz danach entstandenen Nocturne - ein Fragment erklingt. Juliane Banse singt und das Petersen-Quartett spielt Lekeus Musik so gefühlvoll, so weich und so blumig-duftend, dass man auf dieser klingenden Sommerwiese allein schon Stunden träumend verbringen könnte.
Leider reißt einen Ernest Chaussons "Chanson perpétuelle" insofern etwas unsanft aus der Versenkung, als Chausson sich auch hier nicht dazu durchringen kann, seinem Einsatz für die Entwagnerisierung der französischen Musik auch Taten folgen zu lassen.

Susanne Benda, 19.07.2001



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