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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Maurice Ravel, Claude Debussy, Béla Bartók, Albert Roussel

Klavierkonzert, Klavierstücke

Monique Haas, NDR Sinfonieorchester, Hans Schmidt-Isserstedt

Hänssler Profil/Naxos PH04042
(51 Min., 1948, 1949, 1930) 1 CD

Ob Ravel es wohl so meinte, wie er dirigiert hat? Den nur allzu bekannten "Bolero" (hier als "Bonus Track" angefügt) hat man von keinem anderen Orchesterchef so unausgewogen im Klang (das mag auch an der Aufnahmetechnik von 1930 liegen) und so hölzern und unmotiviert gehört. Mal wieder ein Beispiel dafür, dass Komponisten nicht unbedingt die besten Interpreten ihrer Werke sind - aber auch aufschlussreich. Und doch, ein wenig - nur ein wenig - geht es in die Richtung, die auch Monique Haas gegangen ist. Die französische Pianistin (1908-1987) liebte einen "neu-sachlichen" Stil, und obwohl ihr Repertoire umfangreich war und auch die französischen Clavecinisten des 18. Jahrhunderts vertreten waren, sind die von ihr erhaltenen Aufnahmen vor allem der Musik ihrer Zeit gewidmet.
Mit Hans Schmidt-Isserstedt und dem Orchester des NWDR spielte sie 1948 einen Höhepunkt ihres Programms ein, das Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel. Bemerkenswert neben der Einigkeit von Solistin und Dirigent ist die klare Strenge, die sich aber keineswegs darauf beschränkt, den Notentext wiederzugeben. So kommt im zweiten Satz (Adagio Assai) das lyrische Moment ausgiebig zum Tragen, und auch das Orchester des NWDR zeigt sich mit präziser Rhythmik und impulsivem Spiel von seiner besten Seite.
Claude Debussy ist bei den folgenden Solostücken mit der Toccata aus "Pour le Piano" vertreten (leider nur mit dieser), aber am interessantesten an der Zusammenstellung sind vielleicht die sehr kurze Sonatine von Bartók und "Drei Stücke für Klavier" von Albert Roussel, Werke, die man nicht so oft zu hören bekommt und die Monique Haas in einer exemplarischen Weise interpretiert hat: mit einer Sachlichkeit, die das Menschliche und subjektive nur noch deutlicher werden lässt.
Zu bemängeln ist allerdings die viel zu dumpfe Klangqualität der CD. Das liegt keineswegs an den historischen Aufnahmen, denn dieses Manko ist bei allen Tracks durchgehend vorhanden. Die Zeiten, in denen man Störgeräusche durch Beschneidung der Höhen "restauriert" hat, sollten langsam der Vergangenheit angehören.

Matthias Reisner, 23.10.2004



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