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Dreamin' Of Cannonball

Louis Hayes

TCB/In-Akustik TCB 21222
(69 Min., 5/2001) 1 CD

Wenn CD-Titel Indikatoren für den Zeitgeist sind, muss man annehmen, dass der Jazz vollends in Nostalgie zu versinken droht. Doch wer will es den letzten Überlebenden der Soul-Jazz- und Hardbop-Ära verdenken, wenn sie von einst träumen, da sich die jungen Löwen eifrig mühen, die Sounds von damals zu reproduzieren. Es ist nur folgerichtig, wenn ein Mann wie Louis Hayes, prominenter Schlagzeuger der wichtigsten Bands von Cannonball Adderley und Horace Silver, sich mit den traditionsbewussten, inzwischen auch nicht mehr so ganz jungen Youngsters zusammentut, um gemeinsam an den in den sechziger Jahren so populären wie einflussreichen Bandleader und Altsaxofonisten Cannonball Adderley zu erinnern.
Mit Vincent Herring hat er den Altsaxofonisten in der Band, der das Cannonball-Erbe perfekt pflegt. Der Trompeter Jeremy Pelt spielt ebenso perfekt den Part von Cananonballs Bruder Nat. Der Pianist Rick Germanson schlüpft gekonnt in die Rolle des jungen Joe Zawinul, der zu Beginn der sechziger Jahre Bobby Timmons im Quintett des Cannonballs ablöste.
Alle Titel und ihre Arrangements sind Cannonball-Adderley-Fans bestens bekannt, sie so mit Verve live zu hören bringt einen in der Tat vielseitig nostalgisch zum Träumen. Dabei geht einer der wehmütigen Gedanken auch an die ansonsten vergnüglichen und informativen Liner Notes, die vor peinlichen Rechtschreibefehlern nur so strotzen, ein weiterer geht an den Klang, der zur damaligen besten Vinyl-Zeit nie so schwammig daher kam. Dennoch erfüllt diese Legacy Band ihre vornehmste Aufgabe, sie macht mehr Lust auf Cannonball Adderley. Wann endlich gibt es auch von ihm umfassende Luxus-Werkausgaben?

Thomas Fitterling, 27.06.2002



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