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Phil Haynes & Free Country

Phil Haynes, Free Country

Premonition/In-Akustik, 6691 7 90744 2 9
(56 Min., 10/1997) 1 CD

Folgende Versuchsanordnung: Vier Musiker aus dem Knitting-Factory-Umfeld ziehen sich für drei Tage zurück, um sich einem Liedgut zu widmen, das Jazzmusiker meistens verächtlich links liegen lassen: der Folklore aus God’s own country. Oh Susannah, Danny Boy, Go Down Moses, Shenandoa und ein paar weniger bekannte Songs bilden das Spielmaterial für Phil Haynes (dr), Hank Roberts (vc, voc), Jim Yanda (git) und Drew Gress (b).
Im Unterschied zu Bill Frisell, der sich bekanntlich ebenfalls gern in diesen musikalischen Gefilden bewegt, verzichten die vier weitgehend auf die Produktionsmittel moderner Studiotechnik. Als direkte 2-Spur-Aufnahme ausschließlich unter Verwendung akustischer Instrumente aufgezeichnet, atmet das Klangbild dadurch den ländlichen Scharm seiner Vorlagen. Das spontan und erstaunlicherweise kaum distanziert, sondern fast liebevoll und sehr entspannt. Ganz so, als ob sich die vier (Experimental-)Jazz-erprobten New Yorker sich nicht für drei Tage, sondern für drei Wochen zurückgezogen hätten, und zwar auf eine Farm in Tennessee. Ergo: Versuch geglückt.

Jürgen Schwab, 24.05.2001



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