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Carrousel

Hipnosis

Perfect Toy 019/Groove Attack
(49 Min., 6/2004) 1 CD

"Jazz" hieß das vor zwei Jahren erschienene Debütalbum des jungen Münchner Quintetts Hipnosis, was auf den ersten Blick irgendwie ein starkes Stück war. Auf den zweiten Blick musste man feststellen: richtig so. Ist doch gut, wenn auf einer Platte ausnahmsweise mal drin ist, was drauf steht. Vor allen Dingen dann, wenn das von Jungmännern mit Sonnenbrillen bevölkerte Cover befürchten lässt, es hier mal wieder mit dem üblich halbcoolen Zeitgeistgehupe zu tun zu bekommen. Aber "Jazz" war wirklich Jazz und keine Designermucke, was eine Überraschung darstellte, genauso wie der Erfolg des Hipnosis-Erstlings in den deutschen Clubcharts und in Japan. Dort wurde die neue Aufnahme des Quintetts jetzt sogar bereits einen Monat vor der Veröffentlichung in Deutschland auf den Markt gebracht.
Ihrem Ansatz sind die fünf Münchner treu geblieben. Der liegt soundmäßig irgendwo in den 60er Jahren, zwischen Jackie McLean und "A Silent Way", zwischen klug berechnetem Hardbop und freiem Improvisationsfeuer. Posaunist Gerhard Gschlößl und Altsaxofonist Wanja Slavin, die sich friedlich die Vorstellung der schrägen Themen teilen, liefern sich aufregende Solistenduelle. Martin Kolb am Schlagzeug, Jerker Kluge am Bass sowie Marc Schmolling an Klavier und E-Piano bereiten den beiden den metrisch aufgeweichten Kampfplatzboden. Einzig der Einsatz der Vokalistin Merit Ostermann bei zwei Stücken dringt etwas bemüht aus den Lautsprechern. Ansonsten wirkt Hipnosis hypnotisch - und zeitlos hip.

Josef Engels, 23.04.2005



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