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Magic Words

Susi Hyldgaard

Enja/Soulfood
(41 Min.) 1 CD

Man kann Jazzklassiker auch ganz anders interpretieren als all die Vorgängerinnen. Die dänische Sängerin Susi Hyldgaard macht es vor. Sie unterlegt "Love For Sale" einen dumpf vibrierenden Elektrobass, zischendes Digital- und Realschlagzeug einschließlich schmatzender Tablas und ein Honkytonk-Klavier. In diese Umgebung intoniert sie den Klassiker, als sei er eine Folkrock-Blues-Nummer und ergänzt noch ein paar Backgroundchorstimmen – schon ist die Cole-Porter-Nummer in der Nähe des Pop. Oder "In The Wee Small Hours". Die beginnen mit Klavier, und kurz bevor sie zu singen anhebt, dreht sich die Musik um: Wie in der Wechselphase des Rock zu kunstvolleren Musik mit Anspruch hören wir ganze Begleitpassagen rückwärts. Nun singt sie – manchmal per Playback zum Chor aufgeplustert – zu Vorwärts- und Rückwärtsklängen, dem bekannt dumpfen Elektrobass und Garagenschlagzeug. Heilig ist ihr nichts, und so verwandelt sie das durch Nat King Cole bekannt gewordene "Kemo Kimo" in die Karikatur pseudo-asiatischer Popsongs. Im schräg swingenden "In The Summertime" lässt sie unter anderem Posaunen meckern, und "When I Fall In Love" wird zum gläsern-brüchigen Traumstück mit Klavier, Akkordeon und Elektronik. Im Vergleich dazu ist "Baby It’s Cold Outside", ein von Frank Loesser komponierter Musicalklassiker, trotz penetranter Schlittenglöckchen und skurriler Soundeinsprengsel, fast traditionell, denn hier begleitet sie die Danish Radio Bigband mit – zumindest stellenweise – vollen Bläserklängen. Wer ein Faible für hochwertig Verqueres hat, wird bestens bedient. Wer herkömmlichen Vokaljazz erwartet, erlebt eine Enttäuschung, die allerdings – ob des Humors in allen elf Titeln – auch eventueller Begeisterung weichen kann.

Werner Stiefele, 31.08.2007



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