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[em] II

Michael Wollny, Eva Kruse, Eric Schaefer

Act/edel contraire 9655-2
(55 Min., 9/2005, 2/2006) 1 CD

Vor gut einem Jahr erschien das Debüt des Trios [em]. Die Reaktionen auf die Musik des Pianisten Michael Wollny, der Kontrabassistin Eva Kruse und des Schlagzeugers Eric Schaefer waren überwältigend. Mittlerweile gehört Michael Wollny zu den wichtigsten deutschen Musikern - an der Seite der Saxofonlegende Heinz Sauer hat er zwei bewegende Duo-Alben eingespielt. Umso erfreulicher ist es, dass er dem Trio-Kollektiv [em] erhalten geblieben ist. Das macht ja gerade die umwerfende Wirkung dieses Trios aus, dass sich da ein virtuos begnadeter Pianist in den Dienst einer Gruppenidee stellt, bei der seine eigenen Kompositionen nicht die größte Rolle spielen.
Hauptkomponist ist der Schlagzeuger, der auch hier wieder für die besinnlicheren Werke sorgt. Wurde dem Trio anfangs noch eine große Nähe zu e.s.t. zugeschrieben, so hat es die nun gänzlich überwunden. Durchgängig ist die Verquickung von Geschriebenem und freiem Spiel, und diese Verquickung ist von einer derartig zwingenden Stimmigkeit, dass alles aus einem Gusse klingt. Nur die ständigen, immer wieder vertrackten Wendungen, die die Musik nimmt, und bei denen die hochvirtuose Verzahnung - besonders die von Klavier und Schlagzeug - stets atemverschlagend erhalten bleibt, weisen darauf hin, wie viel da arrangiert und eingeübt worden sein muss: es gibt keinen Takt, in der die Musik etwa einfach four-to-the-bar vor sich hinswingte. Die Betrachtungen der Reduktionstheoretiker sind für diese drei jungen Wilden jedenfalls kein Thema mehr - eher vielleicht die Definitionen der Geschlechterrollen, wenn man die gar so gegensätzlichen Kollektivminiaturen "Bruder" und "Schwester" als entsprechende Ansätze werten will.

Thomas Fitterling, 22.09.2006



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