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Queen Of Bad Excuses

Cæcilie Norby

Blue Note/EMI 5223422
(65 Min.) 1 CD

Dänemark ist normalerweise kein Land, von dem aus große Stimmtalente die Welt erobern. Aber die vierunddreißigjährige Cæcilie Norby scheint in ihrer Jugend den richtigen Sängerinnen gelauscht zu haben - allen voran der fast vergessenen Nancy Wilson, die zu ihrer großen Zeit in den Sechzigern sowohl ein Pop- als auch ein Jazzpublikum zu begeistern wusste. Auch an die lyrische Sensibilität der nicht auf ein Genre beschränkten Joni Mitchell musste ich zuweilen denken. Dass die Norby aus Dänemark sein könnte, ist ihrem dritten, selbst geschriebenen und produzierten Album jedenfalls an keiner Stelle anzumerken.
Geschickt verarbeitete Pop-Elemente verraten allerdings zumindest die Entstehungszeit; andererseits habe ich John Scofield selten so klassisch zurückhaltend à la Wes Montgomery spielen hören. Der balzende Einsatz von Norbys mit Soulfeeling gesättigter Stimme, die ihre klassische Schulung nicht völlig verleugnen kann, zeugt von weiblichem Selbstbewusstsein: Die holt sich, was sie vom Leben will - wahrscheinlich nicht nur auf erotischem Gebiet.
Cæcilie Norby hat einen überaus persönlichen Vortragsstil entwickelt, nur besteht die Gefahr, dass Hörern, die neutralere Stimmen bevorzugen, ihre altmodisch leidenschaftliche Manier im Laufe einer guten Stunde zu viel wird. Wer an ihrer lässigen Laszivität Geschmack findet, wird dagegen nicht so schnell von ihr loskommen.

Mátyás Kiss, 27.01.2000



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