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First Conversation

Cæcilie Norby

Blue Note/Capitol 540622 2
(54 Min.) 1 CD

Wenn sich Cæcilie Norby schon als "Königin der schlechten Ausreden" tituliert, dann hätte sie sich diesmal eine bessere ausdenken sollen: Weil sie angeblich in hochschwangerem Zustand nicht mehr an den Notenständer kam, um neue, eigene Texte abzulesen, habe sie sich diesmal auf die Interpretation von ihr vertrautem Fremdmaterial zurückgezogen.
Mit Verlaub, aber ich halte dies für ausgemachten Blödsinn. Die Plattenfirma wollte von der durch Heirat, Umzug und Familiengründung abgelenkten Sängerin einfach ein neues Produkt. Und da die Aufnahmesitzungen mit ihrem Mann Lars Danielsson, dem Pianisten Carsten Dahl und dem Schlagzeuger Jon Christensen sowie gelegentlichen Gästen dem Label zu karg - oder sagen wir es ruhig: spannungsarm - ausfielen, wurde flugs eine Handvoll Orchestermusiker engagiert, um die Aufnahmen - wie man im Jargon sagt - zu "versüßen".
Nur traten hierbei noch deutlicher die Schwächen der Sängerin hervor, die bei den Songs aus eigener Feder noch kaum ins Gewicht gefallen waren - was man schon daran merkt, dass die drei eigenen Titel ihr mit Abstand am überzeugendsten gerieten; so freue ich mich schon auf ihr nächstes Songwriter-Album.
In der Zwischenzeit muss ich auch Norby zur wachsenden Riege ganz netter Popsängerinnen zählen (darunter Natalie Cole, Lisa Ekdahl und Silje Nergaard), die ein unglückliches, weil unerwidertes Liebesverhältnis zum Jazzgesang unterhalten. Gibt es denn kaum noch Produzenten oder Manager, die diesem galoppierenden Unfug Einhalt gebieten?

Mátyás Kiss, 14.11.2002



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