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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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The Complete Columbia Studio Recordings 1965 - 1968

Miles Davis-Quintet

Columbia-Legacy/Sony AC6K 67398
(1965 - 1968) 6 CDs

"The Quintet" wird Miles Davis' Formation der Jahre 1965 bis 1968 nur noch genannt – ein Ehrentitel, der ebenso der Formation mit Miles und Coltrane zustünde. Andererseits aber sind die vorliegenden Aufnahmen nicht ohne Grund einzigartig: Kaum je zuvor war Miles so abenteuerlustig! Zu jeder Zeit war seine Musik zukunftsweisend, doch nie scherte sich Davis weniger um Publikumswirksamkeit als zu der Zeit, in der er mit Wayne Shorter, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams Jungblut pulsieren ließ. Erstmals komponierten alle fünf Bandmitglieder, und zwar so eigentümlich, dass Davis damals bei Live-Auftritten dem Publikum eine ausgewogene Diät aus Standards und Original-Oldies präsentieren zu müssen glaubte. Im Studio balancierten er und sein Quintett mit dem neuen Material auf dem Mittelweg zwischen den Zeitstilen Bop und Free.
Diesen Weg chronologisch zu verfolgen ist ein Hörabenteuer: Die Musiker bewegen sich immer ein Stückchen weiter weg von eingefahrenen Bop-Gleisen und sind gleichzeitig darauf bedacht, die roten Fäden Tonalität und Swing nicht zu verlieren. Ihr Weg beginnt noch relativ schlicht im Rahmen der vom modalen Jazz eröffneten Freiheiten. Traumwandlerisch sichere Interaktion gewährt dann Zusammenhalt in potentiellen Gestrüppen, in denen sich andere heillos verfranst hätten. Wenn das Quintett gegen Ende seines Bestehens wieder zu einer raueren, neuen Simplizität findet, die direkt zum Jazz-Rock überleitet, ist tatsächlich ein "Circle In The Round" vollführt – so der Titel einer der Aufnahmen, die nun erstmals vollständig veröffentlicht wurden.
In der luxuriös ausgestatteten Box sind aber nicht nur all jene legendären Alben dieser Formation zusammengefasst – "E.S.P.", "Miles Smiles", "Sorcerer", "Nefertiti", "Miles in The Sky" sowie teilweise "Filles De Kilimanjaro" und "Water Babies" –, die ohnehin Teil jeder Davis-Sammlung sein dürften. Ein Muss wird die Veröffentlichung durch dreizehn bislang unveröffentlichte, überaus hörenswerte Fundstücke. Sie bestehen überwiegend aus alternate takes, die mitunter zeigen, das manches kunstvoll ausgetüftelte Werklein sich keineswegs aus dem Stegreif abspulen ließ. Es finden sich aber auch Kompositionen, die Davis seinen sidemen zur Erstveröffentlichung überließ, wie etwa "Speak Like A Child".

Marcus A. Woelfle, 31.01.1998



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