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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Johann Sebastian Bach

Partiten für Klavier solo Nr. 1, 3, 6

Richard Goode

Nonesuch/Warner 755979698-2
(67 Min., 06/2002) 1 CD

Die Beispiele in der Musikgeschichte sind selten, vielleicht zu selten, in denen der Komponist beim Verfassen eines Werkes an einen bestimmten Hörer dachte. Anders Johann Sebastian Bach: "Denen Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertigt" - so steht es auf dem Titelblatt seiner sechs Partiten für Cembalo geschrieben. Ungezählte Pianisten (und natürlich immer wieder auch einige Cembalisten) haben sich seither mit diesem Zyklus auseinander gesetzt, zuletzt - und dies in geradezu exemplarischer Art und Weise - Murray Perahia. Dem etwas interpretatorisch Neues, unser Gemüt mehr als nur "Ergoetzendes" hinzuzufügen, stellt sich seit Perahias großer Tat als schwieriges Unterfangen dar.
Beweis dafür ist Richard Goodes Einspielung der Partiten Nr. 1 in B-Dur, Nr. 3 in a-Moll und Nr. 6 in e-Moll. Nichts, was einen stören würde, nichts, was gegen den Willen des Verfassers gedacht, gespielt, gar übertrieben subjektivistisch gedeutelt wäre. Goodes Bach fließt, lässt das Spannungsverhältnis zwischen Melodik und Harmonik deutlich hervor treten, verrät den (anschlagstechnisch) kultivierten, aufrichtigen Künstler. Was aber seine Annäherung an Bach vermissen lässt, ist das Besondere, das Sublime. Es packt einen diese Interpretation, die zumal in den Partiten Nr. 1 und Nr. 3 viel zu artig daher kommt, nur sehr selten. Was ein bisschen wenig ist.

Jürgen Otten, 01.01.1970



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