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Soul Night Live!

Willis Jackson

Prestige/ZYX PRCD-24273-2
(71 Min., 3/1964) 1 CD

Die spätestens von Eddie "Lockjaw" Davis' erfolgreicher "Cookbook"-Serie etablierte Kopplung Tenorsaxofon-Orgel pflegte auch sein Labelkollege Willis "Gator" Jackson. Der Spitzname hing ihm an, seitdem er 1948 bei Cootie Williams mit dem R&B-Titel "Gator Tail" einen Hit hatte. Am 21. März 1964 trat Jacksons eigenes Quintett im New Yorker Club "Allegro" auf; das Engagement dokumentierte Prestige auf den Alben "Soul Night/Live!" und "Tell It ...", die auf der CD komplett enthalten sind.
Als Abwechslung zur Flöten-Besetzung bei "Lockjaw" beschäftigt "Gator" einen (leider zweitklassigen) Trompeter namens Frank Robinson; er stört nicht weiter und lässt die machtvollen Soli des Leaders in umso glanzvollerem Licht erstrahlen. Auch sein Organist Carl Wilson zählt gewiss nicht zur ersten Kategorie, er bewältigt seine Aufgaben jedoch genauso effizient wie der Schlagzeuger Joe Hadrick. Hörenswert wird diese Platte nur durch die erstaunliche Frühreife des Gitarristen Pat Martino (hier noch als Patrick Azzara geführt).
Doch zählt diese Aufnahme wie unzählige andere, die seit den späten fünfziger Jahren für Prestige oder Blue Note entstanden, nur dem Genrebegriff nach zum Jazz. Eher dient sie mit ihren Grooves dem Tanzvergnügen oder allgemeiner, dem Erzeugen einer angeregten Stimmung: Selten habe ich auf einer Live-Aufnahme die Clubbesucher so laut schwatzen hören. In der Tat greifen die kaum mehr als soliden Musiker nur auf die (schon damals) bekanntesten Themen und Licks zurück. Es war eher die Firma Atlantic, welche solcher "Gebrauchsmusik" durch spannende Vokalisten zu Ewigkeitswert verhalf - so etwa Ruth Brown, die mit Jackson verheiratet war.

Mátyás Kiss, 31.10.2002



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