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New York Trio Recordings Vol. 2 – Voices

Marc Copland

Pirouet/H’Art PIT 3023
(49 Min., 06/2006) 1 CD

Schon die ersten Töne des Klaviertrios von Marc Copland stellen klar, wohin die Reise geht: Erst nach einem Kontrabasssolo von Gary Peacock setzen die beiden anderen ein. Der 1948 geborene Bandleader ist so weise, dass er sich zurücknehmen und die Partner im Vordergrund agieren lassen kann. So übernimmt Gary Peacock noch mehrmals im Eröffnungsstück "Vignette" die Solistenrolle, während sich Copland mit sparsam eingesetzten Figuren im Hintergrund hält. Der dritte im Bunde, Paul Motian, spielt sein Schlagzeug ohnehin in jeder Besetzung so offen und weiträumig, dass die Taktstrukturen zwar fühlbar sind, aber eher umspielt als geschlagen werden. Für ihn gibt es keinen Grund, von diesem bewährten, stilbildenden Konzept abzuweichen – also macht er es auch nicht. Acht Stücke umfasst die Disc, eines schöner als das andere und jedes auf eine andere Art ein Meisterwerk des sensiblen Zusammenspiels. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Komposition von Copland oder Peacock stammt; selbst die einzige Fremdkomposition, Miles Davis’ "All Blues" wirkt noch offener als die ebenfalls sehr weiträumige Originalfassung des Bandleaders. Bei der saß einst Bill Evans am Klavier – und er ging in die Jazzgeschichte ein, weil er bei seinen Aufnahmen als Bandleader die Emanzipation von Bass und Schlagzeug zu gleichberechtigten Instrumenten vorangebracht hatte. Marc Coplands Trio vollzieht mit Evans’ Ex-Drummer Motian diesen Weg weiter. Dieses lyrische Meisterwerk ist für den Bandleader Teil zwei einer auf drei Scheiben angelegten Serie "The New York Trio Recordings".

Werner Stiefele



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