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Rendezvous

Cassandra Wilson, Jacky Terrasson

Blue Note/EMI CDP 8 55484 2
(49 Min., 1/1997, 4/1997) 1 CD

Cassandra Wilsons “Rendezvous” mit Jacky Terrasson ist kein vertrauliches Tête-à-tête, denn mit Lonnie Plaxico (Bass) und Mino Cinelu (Perkussion) wohnen zwei weitere Herren dem Treffen zwischen Sängerin und Pianisten bei. Der klassischen Besetzung entspricht ein reines Standardprogramm, das selbst vor dem ausgelutschten “Tea For Two” nicht halt macht. Ausgerechnet dieser ollen Kamelle gewinnen die Musiker, beflügelt von der Schwierigkeit der Aufgabe, den größten Reiz ab.
Ihre Lesart von Titeln wie “Old Devil Moon” oder “Tennessee Waltz” lässt dagegen keine neuen Facetten aufscheinen - trotz aller bemühten Originalität. Insgesamt lockerer und jazzinspirierter setzt Cassandra Wilson das Konzept des Erfolgsalbums “Blue Light ’Til Dawn” fort. Diese Lockerheit scheint sie jedoch zu einem undisziplinierten Einsatz ihrer Stilmittel zu verführen: Sie flüstert und haucht sich durch die Produktion, und wenn sie, was selten genug geschieht, die Stimme erhebt, endet es meist in tenoralem “Knödeln”. Das Resultat wirkt einschläfernd.

Jürgen Schwab, 30.04.1997



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