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Tomaso Albinoni

Pimpinone

Elena Zilio, Domenico Trimarchi, I Solisti Veneti, Claudio Scimone

Warner Fonit 8573 84089-2
(39 Min., 09/1980) 1 CD

Tomaso Albinoni hat ein Adagio komponiert, und "Pimpinone" ist eine Oper von Telemann. Das stimmt - aber nicht nur. Denn neben der Komposition seines berühmten langsamen Satzes bestückte Albinoni den Spielplan gleich dreier venezianischer Theater mit seinen Opern (von denen allerdings die meisten verloren gegangen sind) - unter anderem eben auch einem "Pimpinone", den er als Intermezzo im Jahre 1708 seiner Oper "Astardo" einfügte.
Ein Geniestreich ist das Werk nicht, das jetzt Warner aus dem Katalog des als Warner Fonit wiederbelebten italienischen Traditionslabels Fonit Cetra ans Licht der Öffentlichkeit beförderte. Doch es ist ein launiges, sehr vitales Zwei-Personen-Stück über das bekannte Thema "junge Frau haut alten Mann übers Ohr", das Albinoni hier in (oft fast volkstümlich anmutende) eingängige Nummern und vor allem in ebenso lebhafte wie lange Rezitative fasste.
Elena Zilio trägt mit ihrem energisch-temperamentvollen Zugriff maßgeblich dazu bei, dass man der gewitzten Zofe Vespetta ihren Sieg über den von Domenico Trimarchi oft geradezu selbstverleugnend dümmlich dargestellten Pimpinone nicht nur abnimmt, sondern geradezu gönnt. Unter der Leitung von Claudio Scimone, der, wie man annehmen darf, auch für das lebendige Cembalo-Continuo verantwortlich ist, versehen I Solisti Veneti den eher bescheidenen Orchesterpart mit einiger Würze und vor allem mit rhythmischer Delikatesse.
Für ein Label, das sich dem eigenen Bekunden nach auf dem deutschen Markt gut positionieren möchte, ist das Beiheft mit ausschließlich italienischem Libretto und italienisch-englischem Kommentar allerdings deutlich zu dürftig ausgefallen.

Susanne Benda, 01.12.1999



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