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Johann Sebastian Bach

Weihnachtsoratorium BWV 248

Johannette Zomer, Annette Markert, Gerd Türk, Peter Harvey, Niederländische Bach-Gesellschaft, Jos van Veldhoven

Channel Classics/helikon harmonia mundi CCSA 20103
(145 Min., 12/2002) 2 SACDs CDs

Wer kennt es nicht, das Weihnachtsoratorium, jenen Zyklus von sechs Kantaten, den Bach für den Jahreswechsel 1734/35 zusammengestellt hat, bestimmt für die drei Weihnachtstage, Neujahr, den Sonntag danach und Epiphanias. Insgesamt 64 Einzelsätze, darunter prachtvolle Eröffnungschöre, Choräle, Arien, in denen die Gesangssolisten mit einzelnen Instrumenten dialogisieren - zweieinhalb abwechslungsreiche Stunden Musik. Bach hat - wie im Booklet erläutert - für sein Weihnachtsoratorium viele ältere Sätze recycelt, weshalb einige auch in anderem Zusammenhang bekannt sind.
Solisten, Chor und Orchester der Niederländischen Bachgesellschaft interpretieren das beliebte Werk frisch und geradlinig, mit schlankem transparenten Klang, zudem räumlich gut abgebildet im mehrkanaligen SACD-Format. Das musikalisch-technische Niveau von Solisten und Ensemble ist durchgängig hoch. Etwas getrübt wird der positive Gesamteindruck bei aller Präzision dadurch, dass man in dem 23-köpfigen Chor bisweilen etwas von dem festlich-erhebenden Jubel, von der deutlich artikulierenden Singfreude vermisst, die man mit weihnachtlicher Musik und besonders diesem Werk verbindet. Das ist schon beim "Jauchzen" im Eröffnungschor der Fall; dadurch leidet auch die Textverständlichkeit etwas.
Bei der Werbung für diese Aufnahme wird vor allem auf die ungewohnt edle Ausstattung mit Samtschuber und gebundenem, üppig bebildertem Booklet abgehoben, doch greift ein Interessent für weihnachtliche Kunst nicht eher zu einem großformatigen Bildband? Trotzdem bietet die Einspielung dadurch nicht nur einen Ohren-, sondern auch einen Augenschmaus.

Peter Overbeck, 01.12.1999



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