Responsive image
Robert Schumann

Liederkreis op. 39, Romanzen und Balladen

Bryn Terfel, Malcolm Martineau

Deutsche Grammophon 447 042-2
(77 Min., 7/1999) 1 CD

Bryn Terfel hat einen Bariton, den man fast als Gottesgeschenk betrachten kann: Geschmeidig und dennoch energisch, flexibel und von großem Farbenreichtum. Ein schönes Instrument alleine reicht allerdings nicht, man muss es auch zu bedienen wissen. Und damit hapert es bei dieser Schumann-Platte ganz gewaltig. Terfel kann doch eigentlich mehr als piano raunen oder forte brüllen. Aber vielleicht entspringt die Beschränktheit der musikalischen Mittel hier einer gewissen kognitiven Überforderung: Die Doppelbödigkeit der Texte Eichendorffs im „Liederkreis“ Opus 39 ist Terfels Sache nicht. Annehmbares liefert er, wenn er sich entweder lyrisch aussingen darf („Mondnacht“) oder den fröhlichen Schmetterer zu geben hat, wie in den sicher nicht zu Schumanns Glanztaten zu zählenden Husarenliedern nach Lenau. Angesichts solcher Mängel wirkt die Lobeshymne im Beiheft allerdings erst recht höchst peinlich. So was hat selbst ein Terfel nicht nötig.

Stefan Heßbrüggen, 02.03.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Darm mit Charme: Auf dem Buchmarkt hat unser Verdauungstrakt schon vor einigen Jahren seine marketingverbauschte Renaissance gefeiert. Stimmt es, dass dieses hochkonzentriert von Nerven durchsetzte Organ in der Evolution die Leistungen des später ausgebauten Gehirns mit der Intelligenz des Gefühls vereinte? In der Alten Musik ist der Darm bereits völlig ekelfrei in aller Munde: als Darmsaite. Dazu wird nach der Schlachtung von meist Schafen und Lämmern der Darm gewendet, von Schleimhaut und […] mehr »


Top