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Robert Schumann

Die Violinsonaten

Maria Egelhof, Mathias Weber

Thorofon/Disco-Center CTH 2341
(72 Min., 1/1996) 1 CD

An Schumanns dritte Violin-Sonate - herausgelöst aus der mit Brahms und Dietrich als Gemeinschaftswerk komponierten “FAE-Sonate” und durch zwei eigene Sätze zu einer homogeneren Komposition zusammengefasst - machten sich bislang ausschließlich Interpreten, denen man eine besondere Affinität zu Schumann zuordnen kann. Zu der herausragenden Einspielung durch Abel/Szidon (FMF) und die sehr engagierte durch Schneeberger/ Dünki (Jecklin) tritt nun eine idiomatisch ebenfalls überzeugende durch Maria Egelhof und Mathias Weber.
Durch die Darstellungen aller drei Sonaten ziehen sich gemeinsame wesenhafte Grundzüge: sehr stimmige, organisch wirkende Tempi, Herausarbeitung typisch “Schumannscher” Stimmungen (die sich durch Ausdrücke wie poetisch, schwebend, dichterisch, träumerisch umreißen lassen), satzüberspannende Aufrechterhaltung der Stimmungsdichte, Gleichberechtigung und nahtloses Ineinanderverweben der beiden Instrumentalrollen.
Gegenüber mancher Prominenz, die Schumann hochvirtuos in Grund und Boden spielt, stehen hier die handwerklichen Mittel so kompromisslos im Dienste musikalischer Gestaltung, daß kaum Wünsche offenbleiben. In diesem Sinne ist die Aufnahme für eine Annäherung an Schumann zwingend zu empfehlen, wobei man die Perspektiven durch Abel/Szidon und Schneeberger/Dünki nicht außer acht lassen sollte.

Wolfgang Wendel, 30.04.1998



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