home

N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



Responsive image
Robert Schumann

Kreisleriana, Nachtstücke, Gesänge der Frühe, Geister-Variationen

András Schiff

Teldec/Warner Classics 0630-14566-2
(70 Min., 1/1997) 1 CD

Krampflos aussingend beginnt András Schiff seine zweite Schumann-Platte mit den späten "Gesängen der Frühe", und das berührt, weil er keine abgründigen Klangwirkungen in diesem Werk des Abschieds herbeisucht. Doch schon beim ersten der "Nachtstücke", das ursprünglich immerhin "Leichenfantasie oder Trauerzug" heißen sollte, beginnt schönklingende Lockerheit in Spannungslosigkeit umzuschlagen. Wenn der Trauerzug am Ende über repetierenden Glockenschlägen quasi um eine nächtliche Straßenecke biegt, wird Schiff unmerklich schneller und vergibt alles.
Bei den "Kreisleriana" merkt er wohl, dass auch der stürmische Florestan, bewegt-hetzender Teil der Schumannseele, zu Wort kommen sollte. Innerlich hatte ich schon längst gerufen: "Nun lass es mal krachen, András!" Nun tut er's, und fast ungläubig muss ich hören, dass virtuose Passagen, zum Beispiel am Schluss von Nummer 3 und in Nummer 7, ziemlich schwunglos und mulmig geraten.
Ein Pianist der ersten Liga muss das klarer und feuriger herausbringen. Gewiss, überall begegnen wir Schiffs weicher, singender Leichtigkeit und Transparenz, die bei seinem Bach hinreißend ist, aber wir sind spannungsvollere Aufnahmen von ihm gewohnt.

Matthias Kornemann, 28.02.1998



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Im Mondschatten: Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond erkundeten, verbrachte Michael Collins, der dritte Astronaut im Bunde, pro Umrundung je 46:38 Minuten allein im Funkschatten des Erdtrabanten. Exakt so lang dauert auch dieses Album des Jazzpianisten Michael Wollny, der Parallelen zieht zwischen jenen historischen Ereignissen aus dem Jahr 1969 und der Corona-Pandemie. Die Einsamkeit ist hier der Konnex. So nahm Wollny, als die Welt aus den Fugen geriet, in Pandemie-bedingter, […] mehr


Abo

Top