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Robert Schumann, Franz Liszt

Fantasie C-Dur op. 17, Arabeske C-Dur op. 18 Rhapsodie espagnole, Ungarische Rhapsodie Nr. 6

Sophie Mautner

Sony AK 60328
(60 Min.) 1 CD

Hier bin ich, bereit zur pianistischen Selbstdarstellung - möchte das das Cover sagen? Der überschwengliche Beginn der C-Dur-Fantasie Schumanns taugt auch gut dazu; es ist sein leidenschaftlichstes, in der Zeit der Kämpfe um Clara geschriebenes Werk, allerdings auch eines der meistgeliebten: Repertoirewert gleich null. Vor zwei Jahren hat das einen Jewgenij Kissin nicht gehindert, eine fulminante Version vorzulegen, die nicht gerade die Reife eines Kempff, aber das mitreißende Flair jugendlicher Risikofreude hatte.
Genau diese Risikobereitschaft geht Sophie Mautners Spiel ab. Alles ist ziemlich makellos, aber auch ein bisschen langweilig. Gewiss lassen schöne Augenblicke aufhorchen, hier und da eine interessante Mittelstimme etwa oder der konzentriert begonnene langsame Finalsatz. Aber das können etliche Leute in den Meisterklassen unserer Hochschulen mindestens so gut.
Hört man Kissins Jugendstreich, wie er am Anfang davonbraust, wie er das akkordische Thema der rechten Hand zum Leben erweckt, wie bei ihm die Sprünge am Ende des zweiten Satzes (der bei Mautner wirklich nur eine schwunglose Pflichtübung ist) plaziert sind, dann erscheint Sophie Mautners Spiel daneben seltsam eingeschnürt und unfrei. In den Stücken von Liszt fällt es noch mehr auf: Fast glaubt man, bei den herausgehämmerten Oktavwirbeln am Ende der Sechsten Ungarischen Rhapsodie die Zähne knirschen zu hören. Und das ist Arbeit, nicht Lust.

Matthias Kornemann, 31.03.1998



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