Robert Schumann

Klaviersonate op. 14, Intermezzi op. 4, Gesänge der Frühe op. 133

Christiane Mathé

Koch-Schwann 3-1780-2
(59 Min.) 1 CD

Gäbe es eine Liste der unbeliebtesten Klavierwerke Schumanns, die dritte Sonate op. 14 und die „Gesänge der Frühe“ op. 133 stünden ganz oben. Daran wird sich nach dieser Neueinspielung durch Christiane Mathé leider nicht viel ändern. Ihr Versuch ist bestenfalls gut geübt, pianistisch aber hölzern, das klangliche Ausdrucksspektrum ist dürftig. Was ihr unter den Händen auseinanderfällt, spiegelt nicht zerflatternde Schumannsche Fantastik, sondern schlicht das Unvermögen, organische Übergänge zu gestalten. Ihr eigener Text im Beiheft (nicht jeder schreibt wie Brendel) gibt der Interpretation den Rest: „Polyrhythmik ist hier die wichtigste Ausdrucksform und lässt das Finale langatmig scheinen, werden diese feinen Details des Rhythmus nicht beachtet.“ Dieses Sonatenfinale, schaurig kahl wie eine gerupfte Etüde, gerät zur akzentstolpernden Geburt der Langatmigkeit aus dem Geiste der Polyrhythmik. Und nach den „Gesängen der Frühe“ könnte sich auch der Zuhörer von der Rheinbrücke stürzen. Ruhet wohl, ihr ungeliebten Opera.

Matthias Kornemann, 31.05.1996



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Mit Leidenschaft: Zwischen Beethoven- und Schumann-Haus in der Bonner Brahmsstraße aufgewachsen – damit ist das Programm von Fabian Müllers neuer CD umrissen. Unter dem Titel „Passionato“, entlehnt von Ludwig van Beethovens Dauerbrenner-Klaviersonate und Expressivitätsgipfelwerk, bricht sich hier die Erregung, ja gar die aufgestaute Corona-Wut Bahn. In auftrittsarmen Zeiten bleibt freilich nur der diskografische Weg zum Ausdruck des eigenen Pianisten-Ichs. Es würde aber auch nicht […] mehr »


Top