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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Robert Schumann

Lieder (für Klavier solo von Clara Schumann)

Cord Garben

Arte Nova/BMG 74321 79758 2
(58 Min., 2/2000) 1 CD

Cord Garben, ehemaliger Produzent der Deutschen Grammophon, wollte es nie bei der industriellen Klang-Organisation bewenden lassen, trat immer auch auf als versierter Liedbegleiter. Leider prädestiniert ihn das nicht zum Interpreten dieser Lieder-Transkriptionen, die Clara Schumann (das Beiheft verschweigt's rundheraus) anfertigte, um die Familienkasse aufzubessern: ein Auftrag des Pariser Verlags Flaxland, später Durand. Dabei kamen keine Virtuosen-Stücke heraus wie etwa bei Franz Liszt, sondern sklavisch pure Übertragungen, keine Note extra, nur die Singstimme eingeflochten in die ohnehin schon schwere Begleitung.
Clara soll den Job verflucht haben, aber Freund Brahms meinte: "Mach's! Wenn nicht du, dann macht's ein anderer schlechter!" Er half dann auch selber mit. Die Resultate, wie gesagt, sind grausam schwer ins Leben zu bringen: Garben scheitert bei dem Versuch. Da will nichts so recht atmen und, folglich, auch nicht singen; Bässe bleiben unterbelichtet, Legato gelingt fast nie, die Phrasierung bleibt allzu oft beiläufig, ja beliebig. Und selbst wenn das Material manuell überzeugt, fehlt ihm der Zauber.
Warum also überhaupt eine solche Aufnahme? Nur gewiefteste Pianistik könnte Claras Transkriptionen den Originalen mit Gesang ebenbürtig machen. Sonst sind sie einfach Cover-Versionen für die zwar begabte, aber sängerlose klavierspielende "höhere Tochter". Und als solche nicht plattentauglich.

Thomas Rübenacker, 08.02.2001



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