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Robert Schumann

Klavierkonzert, Burleske

Hélène Grimaud, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, David Zinman

Erato/Warner Classics 0630-11727-2
(52 Min.) 1 CD

Schumanns Klavierkonzert ist ein Ausnahmewerk, was den Wunsch aller Solisten rechtfertigt, sich damit zu Wort zu melden. Hélène Grimaud scheint die interpretationsgeschichtliche Hypothek aber belastet zu haben. Mit aufgeschminkter Keckheit zerhüpft sie den Solo-Eingang zur Stakkato-Etüde, und zerfasernd geht es auch weiter. Nachschlagende Bässe zelebriert sie bis zur Manier, setzt sie signalhaft ein: Achtung! Jetzt wird´s poetisch! Besonders ärgerlich wirkt diese Marotte in jenen wunderbaren Akkorden am Ende des Intermezzos, die ganz gläsern aus dem Diskant heruntertröpfeln - ein Moment des Stillstands vor dem finalen A-Dur-Jubel. Diese Akkordschönheiten durch "Nachklappern" ins Posenhafte zu spreizen, das zerstört jene Poesie, die die Pianistin so gewollt zu erzeugen sucht.
Richard Strauss' Burleske ist dann eine echte Überraschung. Der Originalitätsdruck schwindet beglückend hörbar, manieriertes Abfeiern von Anschlagsfinessen weicht echt empfundenem Atem. Hélène Grimaud saust mit schlanker Grazie durch ein Stück, dem Rasse ohne Wucht erstaunlich guttut. Was hätte das für ein Schumann werden können!

Matthias Kornemann, 02.03.1996



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